Lohn — Definition & Erklärung
Dein Lohn ist dein Verdienst pro Arbeitsstunde, der stark von der geleisteten Zeit abhängt.
Dein Bruttolohn bildet die Basis für alle Abzüge; je höher der Bruttolohn, desto höher sind deine Abzüge, aber auch dein Netto, wobei die Abzugsquote tendenziell steigt.
Was ist Lohn?
Als Lohn bezeichnest du dein Einkommen, das du für die von dir geleistete Arbeitszeit erhältst. Im Gegensatz zum festen Gehalt, das Angestellte oft monatlich erhalten, ist dein Lohn oft stark an die tatsächlich gearbeiteten Stunden gekoppelt und kann daher von Monat zu Monat variieren. Die Basis dafür bilden dein vereinbarter Stundensatz und die Anzahl der Stunden, die du im Abrechnungszeitraum gearbeitet hast.
Wenn du beispielsweise im Handwerk, in der Industrie, in der Logistik oder in anderen gewerblichen Bereichen tätig bist, wirst du meist nach Lohn bezahlt. Dein Bruttolohn setzt sich dann aus der Multiplikation deines Stundensatzes mit der geleisteten Stundenzahl zusammen. Für Überstunden gibt es üblicherweise Zuschläge, die je nach Vereinbarung oder Tarifvertrag bei 25 % bis 50 % oder sogar mehr liegen können.
Für dich als Lohnempfänger ist wichtig zu wissen, dass es einen gesetzlichen Mindestlohn gibt. Dieser stellt sicher, dass du für deine Arbeit mindestens einen bestimmten Betrag pro Stunde erhältst. Seit dem 1. Januar 2025 beträgt dieser 12,82 € brutto pro Stunde. Daneben existieren in bestimmten Branchen (z. B. Bau, Pflege) oft höhere branchenspezifische Mindestlöhne.
Die Berechnung deines Netto-Lohns kann durch variable Stundenanzahl oder Zuschläge komplexer sein als bei einem Fixgehalt. Faktoren wie Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge können dein Netto beeinflussen und sind unter bestimmten Bedingungen sogar steuerfrei.
Lohn im Detail
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit dem 1. Januar 2025 12,82 € brutto pro Stunde. Bei einer 40-Stunden-Woche und durchschnittlich 173 Stunden im Monat ergibt sich ein Bruttolohn von ca. 2.218 €. In Steuerklasse I (GKV, kinderlos, keine Kirchensteuer) bleiben davon netto etwa 1.540 € übrig. Steuerfreie Zuschläge für Nachtarbeit (25 %), Sonn- und Feiertagsarbeit (§ 3b EStG) können dein Netto weiter erhöhen, solange bestimmte Höchstgrenzen nicht überschritten werden.
Dein Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, deine Arbeitszeiten genau zu dokumentieren, insbesondere wegen des Mindestlohns. Auf deinem Lohnzettel findest du deine geleisteten Stunden, den Stundensatz, dein Bruttoeinkommen sowie alle Abzüge wie Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und deine Sozialversicherungsbeiträge (Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung). Der Abrechnungszeitraum ist in der Regel der Kalendermonat, und dein Lohn wird spätestens am letzten Werktag des Monats ausgezahlt.
Wenn dein Lohn stark schwankt, kann es sinnvoll sein, für deine Budgetplanung einen Durchschnitt über mehrere Monate (z. B. 3 Monate) zu bilden. Nutze auch die Möglichkeit, steuerfreie Zuschläge bewusst zu planen, um dein Nettoeinkommen zu optimieren. Je nach Schichtarbeit und Zuschlägen kannst du so dein monatliches Netto um bis zu mehrere hundert Euro aufstocken.
Beispiel
Wenn dein Stundenlohn 15 € brutto beträgt und du im November (30 Tage, 4 Wochen) 170 Stunden arbeitest, beträgt dein Bruttolohn: 15 €/h × 170 h = 2.550 €. Davon ziehen wir grob Lohnsteuer und Sozialabgaben ab (ca. 28% in SK I, GKV, kinderlos): 2.550 € × 0,72 = ca. 1.836 € netto. Wenn du davon 10 Stunden Sonntagsarbeit (50 % Zuschlag) hattest, bekommst du auf diese 10 Stunden einen Zuschlag von 5 €/h (0,5 × 15 €). Dieser Zuschlag ist steuerfrei und erhöht dein Netto um ca. 10 h × 5 € × 0,92 (nach Abzug von PV-Beiträgen) = ca. 46 €.
Berechnung
Monatslohn brutto = (Stundenlohn × geleistete Stunden) + (Stundenlohn × geleistete Stunden × Überstundenzuschlag in %) + (Ggf. steuerfreie Zuschläge nach § 3b EStG) Netto = Bruttolohn - Lohnsteuer - Solidaritätszuschlag - Kirchensteuer (falls zutreffend) - Krankenversicherungsbeitrag (allgemein: 14,6% + Zusatzbeitrag des AG/AN) - Rentenversicherungsbeitrag (9,3% AG/AN) - Arbeitslosenversicherungsbeitrag (1,3% AG/AN) - Pflegeversicherungsbeitrag (1,7% AG/AN, für Kinderlose ab 23 Jahren zzgl. 0,6% AG/AN)
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Häufige Fragen zu Lohn
Was ist der Unterschied zwischen Lohn und Gehalt?
Dein Lohn wird in der Regel pro gearbeiteter Stunde berechnet und kann daher je nach geleisteten Stunden schwanken. Ein Gehalt ist hingegen ein fester monatlicher Betrag, der unabhängig von der genauen Stundenzahl gezahlt wird. Wer nach Lohn bezahlt wird, arbeitet oft im gewerblichen Bereich, während Angestellte eher ein Gehalt beziehen.
Wie hoch ist der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland?
Seit dem 1. Januar 2025 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 12,82 € brutto pro Stunde. Dieser gilt für fast alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland. Für dich ist das die absolute Untergrenze dessen, was du pro Arbeitsstunde verdienen darfst.
Werden Überstundenzuschläge versteuert?
Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit sind bis zu bestimmten Grenzen steuerfrei (§ 3b EStG). Die Überstunden selbst, also der normale Lohn für diese Stunden, sind allerdings steuerpflichtig. Die steuerfreien Zuschläge können dein Nettoeinkommen spürbar erhöhen, wenn du regelmäßig zu ungünstigen Zeiten arbeitest.
Wie wird mein Lohn genau berechnet?
Dein Bruttolohn ergibt sich aus deinem vereinbarten Stundensatz multipliziert mit der Anzahl der von dir geleisteten Stunden. Hinzu kommen eventuelle Zuschläge für Überstunden, Nacht-, Sonn- oder Feiertagsarbeit. Davon werden dann Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer (falls zutreffend) und die Beiträge zur Sozialversicherung abgezogen. Was übrig bleibt, ist dein Nettolohn.
Muss mein Arbeitgeber meine Arbeitszeit aufschreiben?
Ja, dein Arbeitgeber ist verpflichtet, deine Arbeitszeiten zu dokumentieren, insbesondere um die Einhaltung des Mindestlohns sicherzustellen. Dies beinhaltet Beginn, Ende und Dauer deiner täglichen Arbeitszeit. Diese Aufzeichnungen müssen eine bestimmte Zeit aufbewahrt werden.
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