Mindestlohn — Definition & Erklärung
Der gesetzliche Mindestlohn 2026 beträgt 12,82 € brutto pro Stunde und gilt für die meisten Arbeitnehmer. Hier findest du alle wichtigen Infos.
Dein Bruttogehalt auf Mindestlohnniveau ist die Basis für die Berechnung deines Nettogehalts, wobei Abzüge für Steuern und Sozialversicherungen deinen tatsächlichen Verdienst reduzieren.
Was ist Mindestlohn?
Der gesetzliche Mindestlohn ist der Betrag, den du als Arbeitnehmer mindestens pro Stunde brutto erhalten musst. Seit dem 1. Januar 2026 liegt dieser bei 12,82 € und gilt für nahezu alle volljährigen Beschäftigten in Deutschland. Das Mindestlohngesetz (MiLoG) bildet die rechtliche Grundlage dafür. Alle zwei Jahre überprüft die Mindestlohnkommission die aktuelle Höhe und gibt eine Empfehlung zur Anpassung, welche die Bundesregierung dann in eine Rechtsverordnung umwandelt.
Für dich bedeutet das, dass dein Stundenlohn nicht unter diesem Wert liegen darf. Auch wenn du in Teilzeit arbeitest oder verschiedene Arbeitszeitmodelle hast, greift der Mindestlohn. Die einzige Ausnahme bilden bestimmte Praktika, Auszubildende und Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung, für die eigene Regelungen gelten.
Es ist wichtig zu wissen, dass es zusätzlich zum allgemeinen Mindestlohn auch Branchenmindestlöhne gibt. Diese werden für bestimmte Wirtschaftszweige festgelegt und sind oft höher als der allgemeine Mindestlohn. Wenn deine Branche einen Branchenmindestlohn hat, gilt dieser für dich, unabhängig davon, ob dein Arbeitgeber tarifgebunden ist oder nicht.
Die Kontrolle der Einhaltung des Mindestlohns obliegt dem Zoll (Finanzkontrolle Schwarzarbeit, FKS). Bei Verstößen drohen deinem Arbeitgeber empfindliche Bußgelder.
Mindestlohn im Detail
Aufzeichnungspflichten: Dein Arbeitgeber muss für dich (und andere Arbeitnehmer, die Mindestlohn erhalten) Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit dokumentieren. Diese Aufzeichnungen müssen für mindestens zwei Jahre aufbewahrt werden.
Mindestlohn und Minijob 2026: Wenn du einen Minijob hast, darfst du bei einem Stundenlohn von 12,82 € brutto nicht mehr als ca. 42 Stunden pro Monat arbeiten, um die Minijob-Grenze von 538 € nicht zu überschreiten. Mehr Stunden führen dazu, dass du in den Midijob-Bereich fällst und Sozialversicherungsbeiträge zahlen musst.
Nachzahlungsanspruch: Sollte dir dein Arbeitgeber zu wenig Lohn gezahlt haben, hast du einen rechtlichen Anspruch auf Nachzahlung der Differenz. Diesen Anspruch kannst du rückwirkend für drei Jahre geltend machen.
Beispiel
Wenn du im Jahr 2026 mit dem Mindestlohn von 12,82 € pro Stunde arbeitest und einen Vollzeitjob mit 40 Stunden pro Woche hast, verdienst du circa 2.218 € brutto im Monat. Nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen (in Steuerklasse I, gesetzlich krankenversichert und kinderlos) bleiben dir rund 1.605 € netto übrig.
Berechnung
Stundenlohn brutto × Anzahl der Arbeitsstunden pro Monat = Bruttogehalt pro Monat Beispiel (Vollzeit, 173 h/Monat): 12,82 €/h × 173 h = 2.218,86 € brutto/Monat
Passende Rechner
Häufige Fragen zu Mindestlohn
Wie viel ist der Mindestlohn in Deutschland aktuell?
Seit dem 1. Januar 2026 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 12,82 € brutto pro Stunde. Eine Anpassung ist für 2027 zu erwarten.
Gilt der Mindestlohn auch für Praktikanten?
Ja, für die meisten Praktika gilt der Mindestlohn, es sei denn, es handelt sich um ein Pflichtpraktikum im Rahmen einer Schul- oder Hochschulausbildung oder ein freiwilliges Orientierungspraktikum von bis zu drei Monaten.
Was passiert, wenn mein Arbeitgeber weniger als den Mindestlohn zahlt?
Wenn dein Arbeitgeber dir weniger als den gesetzlichen Mindestlohn zahlt, kannst du die Differenz nachfordern. Dieser Anspruch verjährt nach drei Jahren.
Gibt es Branchen, in denen der Mindestlohn höher ist?
Ja, für bestimmte Branchen gibt es höhere Mindestlöhne, wie zum Beispiel im Baugewerbe oder im Pflegebereich. Diese findest du in der Liste der Branchenmindestlöhne.
Muss mein Arbeitgeber meine Arbeitszeit erfassen, wenn ich Mindestlohn erhalte?
Ja, dein Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, Beginn, Ende und Dauer deiner täglichen Arbeitszeit zu dokumentieren, wenn du Mindestlohn erhältst.
Verwandte Begriffe
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 2026.