Grundlagen

TVöD 2026: Gehaltstabelle, Entgeltgruppen und Stufen erklärt

Was verdient man im öffentlichen Dienst? TVöD-Gehaltstabelle 2026, Entgeltgruppen E1–E15, Erfahrungsstufen und wie die Eingruppierung funktioniert.

Redaktion bruttocheck.de10 Min. Lesezeit

Was ist der TVöD?

Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) regelt die Arbeitsbedingungen und Gehälter von rund 2,5 Millionen Beschäftigten des Bundes, der Kommunen und kommunaler Einrichtungen in Deutschland. Er gilt für Städte, Gemeinden, Krankenhäuser, Stadtwerke und viele andere öffentliche Arbeitgeber.

Neben dem TVöD gibt es den TV-L (Tarifvertrag der Länder), der für Landesbedienstete gilt — die Gehaltsstrukturen sind ähnlich, aber nicht identisch.

Entgeltgruppen E1 bis E15

Der TVöD teilt Stellen in 15 Entgeltgruppen ein, von E1 (einfachste Tätigkeiten) bis E15 (Leitungsfunktionen, Spezialisten). Die Eingruppierung richtet sich nach den Anforderungen der Tätigkeit, nicht nach dem Abschluss des Mitarbeiters.

Typische Eingruppierungen

EntgeltgruppeTypische Tätigkeiten
E1–E2Hilfstätigkeiten, Reinigung
E3–E4Angelernte Tätigkeiten, einfache Bürotätigkeiten
E5–E6Facharbeiter, Gesundheits- und Pflegehilfskräfte
E7–E8Fachkräfte mit Ausbildungsabschluss (Krankenpfleger, Erzieher)
E9a–E9cGehobener Dienst, Bachelor-Absolventen
E10–E12Ingenieure, IT-Spezialisten, Naturwissenschaftler
E13–E15Akademiker mit Master/Promotion, Führungskräfte

Erfahrungsstufen 1–6

Innerhalb jeder Entgeltgruppe gibt es 6 Erfahrungsstufen. Die Stufenlaufzeit beträgt:

StufeVerweildauer
Stufe 1 → 21 Jahr
Stufe 2 → 32 Jahre
Stufe 3 → 43 Jahre
Stufe 4 → 54 Jahre
Stufe 5 → 64 Jahre

Wer neu eingestellt wird, startet meist in Stufe 1 oder — wenn anerkannte Vorerfahrung vorliegt — in einer höheren Stufe. Vorerfahrungszeiten (auch bei privaten Arbeitgebern, wenn die Tätigkeit ähnlich war) können angerechnet werden.

EGStufe 1Stufe 2Stufe 3Stufe 4Stufe 5Stufe 6
E12.254 €2.319 €2.386 €2.455 €2.524 €2.567 €
E52.948 €3.074 €3.218 €3.368 €3.560 €3.700 €
E83.368 €3.540 €3.715 €3.889 €4.018 €4.187 €
E9b3.749 €4.009 €4.265 €4.447 €4.696 €4.979 €
E134.628 €5.042 €5.375 €5.641 €6.086 €6.607 €
E155.399 €6.091 €6.441 €6.782 €7.238 €7.679 €

Alle Werte Bruttogehalt, Stand 2026, TVöD Bund/VKA.

Zusatzleistungen im öffentlichen Dienst

Neben dem Grundgehalt gibt es im öffentlichen Dienst weitere Leistungen:

  • Jahressonderzahlung ("Weihnachtsgeld"): ca. 60–90 % eines Monatsgehalts, je nach Entgeltgruppe
  • Leistungsentgelt: Jährliche Bonuskomponente (ca. 1–2 % des Jahresgehalts), verteilt nach Zielvereinbarungen oder Pauschal
  • Betriebliche Altersvorsorge: Zusatzversorgung über die VBL (Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder) — der Arbeitgeber zahlt Beiträge ein
  • Urlaubsanspruch: Mindestens 26 Arbeitstage / Jahr (bei 5-Tage-Woche)

TVöD vs. Privatwirtschaft

Der öffentliche Dienst zahlt im Vergleich zur Privatwirtschaft bei einfacheren Tätigkeiten oft etwas mehr, bei hochqualifizierten Positionen oft etwas weniger. Dafür punktet der TVöD mit:

  • Hoher Arbeitsplatzsicherheit (Kündigung im Beamtenverhältnis kaum möglich, TVöD-Beschäftigte gut geschützt)
  • Geregelten Arbeitszeiten ohne unbezahlte Überstunden
  • Betrieblicher Altersvorsorge (VBL)
  • Guter Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Für viele Menschen ist die Kombination aus Sicherheit, geregelten Zeiten und fairer Vergütung attraktiver als ein etwas höheres Gehalt mit mehr Unsicherheit.

Nutze unseren TVöD-Rechner um dein Netto bei deiner Entgeltgruppe und Stufe zu berechnen.

Kein Rechts- oder Steuerrat: Die Inhalte dieses Artikels dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung durch einen Steuerberater oder Rechtsanwalt.

Häufige Fragen

Wer gilt als TVöD-Beschäftigter?

TVöD gilt für Angestellte des Bundes und der Kommunen: Stadtverwaltungen, Kreise, kommunale Krankenhäuser, Stadtwerke, soziale Einrichtungen in kommunaler Trägerschaft. Beamte sind nicht nach TVöD vergütet — sie haben eigene Besoldungstabellen.

Wie komme ich in eine höhere Stufe?

Stufenaufstiege erfolgen automatisch nach den definierten Wartezeiten. Beschleunigte Stufenaufstiege sind möglich, aber selten — sie erfordern eine besondere Leistungsbeurteilung durch den Arbeitgeber.

Kann ich ins öffentliche Dienst wechseln und Berufserfahrung anrechnen lassen?

Ja — einschlägige Berufserfahrung (auch aus der Privatwirtschaft) kann bei der Stufenzuordnung angerechnet werden. Das muss allerdings beim Arbeitgeber beantragt und belegt werden. Ein Einstieg in Stufe 2 oder 3 statt Stufe 1 ist bei nachgewiesener Erfahrung möglich.

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