Ausbildungsvergütung — Definition & Erklärung
Deine Ausbildungsvergütung ist dein Gehalt als Azubi, das je nach Lehrjahr und Branche variiert und gesetzliche Mindestgrenzen hat.
Deine Ausbildungsvergütung als Bruttobetrag bildet die Grundlage für die Berechnung deiner Abzüge (Sozialversicherung, Lohnsteuer), die letztendlich dein Nettogehalt bestimmen.
Was ist Ausbildungsvergütung?
Deine Ausbildungsvergütung ist das Geld, das du von deinem Ausbildungsbetrieb für deine Ausbildung erhältst. Sie wird dir regelmäßig, meist monatlich, ausgezahlt und ist deine Vergütung für die Arbeit und das Lernen während deiner betrieblichen Berufsausbildung.
Die Höhe deiner Ausbildungsvergütung kann sehr unterschiedlich sein und wird in deinem Ausbildungsvertrag festgehalten. Sie richtet sich oft nach Tarifverträgen, den Gepflogenheiten in deiner Branche oder den Regeln deines Betriebs. Typischerweise steigt deine Vergütung mit jedem Ausbildungsjahr an, da du mehr lernst und erfahrener wirst.
Seit 2020 gibt es eine gesetzliche Mindestausbildungsvergütung, die jährlich angepasst wird. Diese sorgt dafür, dass du auch dann ein Mindestgehalt bekommst, wenn es keinen Tarifvertrag gibt. Beachte aber, dass in vielen Berufen und Tarifgebieten die tatsächliche Vergütung deutlich höher liegt als diese gesetzliche Untergrenze.
Ausbildungsvergütung im Detail
Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung wird jedes Jahr neu festgelegt. Für das Jahr 2026 gelten folgende Sätze:
- 1. Ausbildungsjahr: 682 € pro Monat
- 2. Ausbildungsjahr: 800 € pro Monat
- 3. Ausbildungsjahr: 900 € pro Monat
- 4. Ausbildungsjahr (wenn dein Vertrag vier Jahre dauert): 930 € pro Monat
Dies sind die gesetzlichen Mindestbeträge. In vielen Tarifverträgen sind höhere Vergütungen vereinbart. Die genannten Summen sind Brutto-Beträge. Davon werden Sozialversicherungsbeiträge (Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung) und eventuell Lohnsteuer abgezogen.
Die tatsächliche Höhe deiner Ausbildungsvergütung hängt stark von der Branche und dem geltenden Tarifvertrag ab. Die Bundesregierung legt die Mindestvergütung gemäß § 17 Abs. 2 Nr. 1 Berufsbildungsgesetz (BBiG) fest.
Beispiel
Wenn du im ersten Lehrjahr eine Ausbildungsvergütung von 750 € brutto pro Monat bekommst, hast du im ersten Jahr insgesamt 750 € * 12 = 9.000 € brutto verdient.
Berechnung
Deine monatliche Ausbildungsvergütung (brutto) multipliziert mit 12 ergibt deine jährliche Brutto-Ausbildungsvergütung.
Passende Rechner
Häufige Fragen zu Ausbildungsvergütung
Gibt es eine gesetzliche Mindestausbildungsvergütung?
Ja, seit dem 1. Januar 2020 gibt es eine gesetzliche Mindestausbildungsvergütung, die jedes Jahr neu festgelegt wird. Für 2026 liegt sie bei 682 € im ersten Lehrjahr.
Wie steigt meine Ausbildungsvergütung im Laufe der Ausbildung?
Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung steigt in der Regel mit jedem Lehrjahr an. Für 2026 sind das 800 € im zweiten und 900 € im dritten Lehrjahr.
Muss ich auf meine Ausbildungsvergütung Steuern zahlen?
Ob du Lohnsteuer zahlen musst, hängt von der Höhe deiner Vergütung und deinem persönlichen Grundfreibetrag ab. Oftmals liegt die Ausbildungsvergütung unterhalb des Grundfreibetrags, sodass keine Lohnsteuer anfällt.
Können Tarifverträge meine Ausbildungsvergütung beeinflussen?
Ja, viele Tarifverträge legen höhere Ausbildungsvergütungen fest als die gesetzliche Mindestgrenze. Deine Vergütung richtet sich also oft nach dem Tarifvertrag deiner Branche oder deines Betriebs.
Bekomme ich meine Ausbildungsvergütung auch in der Probezeit?
Ja, du erhältst deine Ausbildungsvergütung ab dem ersten Tag deiner Ausbildung, also auch während der Probezeit.
Verwandte Begriffe
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 2026.