SteuernAktualisiert: Januar 2026

Freibetrag — Definition & Erklärung

Ein Freibetrag reduziert dein zu versteuerndes Einkommen und damit deine Steuerlast – ein wichtiger Begriff bei der Steuererklärung.

Kurz & bündig

Durch die Geltendmachung von Freibeträgen wird dein zu versteuerndes Einkommen reduziert, was direkt zu einer geringeren Steuerlast und somit zu einem höheren Nettogehalt führt.

Was ist Freibetrag?

Ein Freibetrag ist ein bestimmter Betrag, der bei der Berechnung deiner Steuern vom Einkommen abgezogen wird, bevor die eigentliche Steuerlast ermittelt wird. Stell dir vor, es ist wie ein Schutzschirm für dein Geld: Alles, was unter den Freibetrag fällt, musst du dem Finanzamt nicht als Einkommen angeben. Das bedeutet konkret, dass deine Steuerbemessungsgrundlage sinkt. Im Gegensatz zu einer Freigrenze, bei der du alles zurückbekommst, solange du darunter liegst, und ab der Grenze gar nichts mehr, wirkt ein Freibetrag immer. Das heißt, selbst wenn dein Einkommen den Freibetrag übersteigt, wird immer der volle Betrag des Freibetrags von deinem zu versteuernden Einkommen abgezogen.

Es gibt verschiedene Arten von Freibeträgen, die je nach Lebenssituation relevant werden können. Der wohl bekannteste ist der Grundfreibetrag, der sicherstellt, dass jeder Steuerzahler einen Mindestbetrag steuerfrei zur Verfügung hat. Aber auch für Ausgaben, die du im Zusammenhang mit deinem Beruf hast (Werbungskosten), gibt es Pauschbeträge, die wie Freibeträge wirken. Für Eltern sind die Kinderfreibeträge von großer Bedeutung, um die finanzielle Belastung durch den Nachwuchs steuerlich zu berücksichtigen. Andere Freibeträge können sich auf Kapitalerträge, bestimmte Renten oder auch auf die Erbschaftssteuer beziehen.

Freibetrag im Detail

Für das Jahr 2026 gelten voraussichtlich die folgenden wichtigen Freibeträge (Hinweis: Dies sind vorläufige Werte, Änderungen sind möglich und werden hier aktualisiert):

  • Grundfreibetrag: Dieser wird jährlich angepasst. Für 2026 wird erwartet, dass er für Singles bei etwa 11.604 € und für Verheiratete/Verpartnerte bei etwa 23.208 € liegt. Er stellt sicher, dass das Existenzminimum steuerfrei bleibt.
  • Arbeitnehmer-Pauschbetrag (Werbungskostenpauschale): Dieser beträgt pauschal 1.230 € pro Kalenderjahr für Singles und entsprechend für Verheiratete/Verpartnerte. Wenn deine tatsächlichen Werbungskosten höher sind, kannst du diese einzeln geltend machen, indem du eine detailliertere Aufstellung in deiner Steuererklärung machst.
  • Kinderfreibetrag: Für das Jahr 2026 wird der Kinderfreibetrag voraussichtlich bei rund 3.192 € pro Kind liegen (für zusammenveranlagte Eltern das Doppelte). Dieser wird bei der Berechnung der Einkommensteuer mit dem steuerlichen Ausgleich des Kindes (im Verhältnis zum Kindergeld) berücksichtigt.
  • Weitere Freibeträge: Je nach individueller Situation können Freibeträge für Riester-Verträge, betriebliche Altersvorsorge, Kapitaleinkünfte (Sparer-Pauschbetrag) oder bei bestimmten Renten (Rentenfreibetrag) relevant sein. Die genauen Beträge und Voraussetzungen erfährst du auf den Seiten des Bundesfinanzministeriums oder über spezialisierte Rechner.

Rechtliche Grundlage für viele dieser Freibeträge finden sich im Einkommensteuergesetz (EStG). Insbesondere der Grundfreibetrag ist in § 32a Abs. 1 EStG geregelt.

Beispiel

Stell dir vor, dein zu versteuerndes Einkommen beträgt 30.000 €. Wenn du den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € geltend machst, reduziert sich dein zu versteuerndes Einkommen auf 28.770 €. Die Steuer wird dann auf diesen geringeren Betrag berechnet, was deine Steuerlast senkt.

Berechnung

Zu versteuerndes Einkommen = Bruttoeinkommen - abzugsfähige Ausgaben (z.B. Rentenbeiträge, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen) - Freibeträge - Werbungskosten

Passende Rechner

Häufige Fragen zu Freibetrag

Muss ich Freibeträge extra beantragen?

Für den Grundfreibetrag und die Arbeitnehmer-Pauschale musst du nichts extra beantragen, sie werden automatisch berücksichtigt. Für andere Freibeträge (z.B. für Behinderung, hohe Werbungskosten) oder wenn du unterjährig eine Steuererstattung durch eine monatliche Berücksichtigung erreichen möchtest, kannst du einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung beim Finanzamt stellen, oft über ELSTER.

Was ist der Unterschied zwischen Freibetrag und Freigrenze?

Ein Freibetrag wird immer abgezogen, egal ob dein Einkommen darüber liegt oder nicht. Eine Freigrenze hingegen darfst du nicht überschreiten. Liegst du darüber, verfällt sie vollständig. Beim Freibetrag profitierst du immer, bei der Freigrenze nur, solange du darunter liegst.

Kann ich Freibeträge auch rückwirkend geltend machen?

Ja, im Rahmen deiner jährlichen Einkommensteuererklärung kannst du die dir zustehenden Freibeträge und Pauschalen geltend machen. Das ist in der Regel bis zu vier Jahre nach Ablauf des Steuerjahres möglich.

Welche Freibeträge gibt es für Kinder?

Für Kinder gibt es den Kinderfreibetrag, der bei der Einkommensteuerberechnung berücksichtigt wird. Daneben gibt es natürlich noch das Kindergeld, das direkt ausgezahlt wird. Das Finanzamt prüft, was für dich günstiger ist, wenn du Kinder hast.

Wie wirken sich Freibeträge auf meine Lohnabrechnung aus?

Wenn du einen Lohnsteuerfreibetrag hast, den du dir monatlich auf deine Lohnsteuerkarte eintragen lässt, wird deine Lohnsteuer bereits unter Berücksichtigung dieses Freibetrags berechnet. Das bedeutet, dass dir jeden Monat mehr Netto ausgezahlt wird. Ohne diesen Freibetrag ziehst du die Vorteile erst mit der Steuererklärung im Folgejahr.

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 2026.