Recht

13. Monatsgehalt und Weihnachtsgeld 2026: Was du wissen musst

Wer bekommt Weihnachtsgeld, wann ist es Pflicht und wie viel bleibt netto? Alles zum 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld und Sonderzahlungen.

Redaktion bruttocheck.de7 Min. Lesezeit

Das 13. Monatsgehalt ist eine Sonderzahlung, die einem vollen Monatsgehalt entspricht und zusätzlich zum regulären Gehalt ausgezahlt wird — oft im Dezember, manchmal aufgeteilt auf Sommer (Urlaubsgeld) und Winter (Weihnachtsgeld).

In Deutschland gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf ein 13. Gehalt oder Weihnachtsgeld. Der Anspruch entsteht durch:

  • Tarifvertrag (z. B. IG Metall, ver.di, TVöD)
  • Betriebsvereinbarung
  • Arbeitsvertrag (individuelle Vereinbarung)
  • Betriebliche Übung (wenn das Gehalt mehrere Jahre hintereinander ohne Vorbehalt gezahlt wurde)

Weihnachtsgeld: Wer bekommt es?

Laut Statistischem Bundesamt erhielten zuletzt rund 55 % aller tarifgebundenen Arbeitnehmer Weihnachtsgeld. In nicht-tarifgebundenen Betrieben liegt die Quote deutlich niedriger.

Typische Regelungen nach Branche

Branche / TarifbereichWeihnachtsgeld
Öffentlicher Dienst (TVöD)Ca. 60–90 % eines Monatsgehalts
Metall- und Elektroindustrie1 volles Monatsgehalt
Chemische IndustrieCa. 50 % eines Monatsgehalts
Einzelhandel60–100 % (je nach Tarifstufe)
Bankgewerbe50–100 %
Privatwirtschaft ohne TarifSehr unterschiedlich, oft 0–50 %

Achtung: Wenn dein Arbeitgeber Weihnachtsgeld drei Jahre hintereinander ohne ausdrücklichen Vorbehalt zahlt, entsteht durch "betriebliche Übung" ein Rechtsanspruch für die Zukunft.

Kluge Arbeitgeber sichern sich mit einem freiwilligkeitsvorbehalt ab: "Diese Sonderzahlung ist freiwillig und begründet keinen Anspruch für künftige Jahre." Ein solcher Vorbehalt verhindert die Entstehung einer betrieblichen Übung.

Wenn dein Arbeitgeber Weihnachtsgeld ohne Vorbehalt zahlt und du es nicht bekommst, kannst du rechtliche Schritte einleiten (Betriebsrat, Arbeitsgericht).

Typische Termine:

  • Weihnachtsgeld: November oder Dezember
  • Urlaubsgeld: Mai bis Juli (vor dem Haupturlaub)
  • 13. Monatsgehalt: Oft im November / Dezember, manchmal aufgeteilt

Der genaue Termin ist im Arbeits- oder Tarifvertrag geregelt.

Sonderzahlungen werden genauso versteuert wie reguläres Gehalt — zum persönlichen Grenzsteuersatz, nicht mit einem Sondertarif. Der Lohnsteuer-Abzug auf die Sonderzahlung richtet sich nach dem Jahresgesamtlohn.

Da Weihnachtsgeld das Jahreseinkommen erhöht, kann es:

  1. Den Progressionseffekt auslösen (höheres Einkommen → höherer Steuersatz)
  2. Die Beitragsbemessungsgrenze relevant machen (bei sehr hohem Gesamteinkommen)

Rechenbeispiel

Bruttogehalt3.500 €/Monat
Jahresbrutto ohne Weihnachtsgeld42.000 €
+ Weihnachtsgeld (1 Monatsgehalt)+ 3.500 €
Jahresbrutto gesamt45.500 €
Ca. Lohnsteuer auf Weihnachtsgeld≈ 1.225 € (ca. 35 %)
Netto-Weihnachtsgeld≈ 2.275 €

Die Nettoquote beim Weihnachtsgeld liegt in etwa so hoch wie die des normalen Monatsgehalts — ca. 60–65 %.

Ja — wenn es im Arbeitsvertrag so vereinbart ist, kann der Arbeitgeber Weihnachtsgeld zurückfordern, wenn du vor einem bestimmten Datum kündigst (typisch: 31. März des Folgejahres).

Achtung beim Jobwechsel: Wer im November Weihnachtsgeld bekommt und im Januar kündigt, muss es möglicherweise zurückzahlen. Die Klausel muss im Arbeitsvertrag stehen — prüfe das, bevor du kündigst.

BegriffZeitpunktZweck
UrlaubsgeldVor dem Urlaub (Mai–Juli)Reise- und Freizeitkosten
WeihnachtsgeldNovember / DezemberWeihnachts- / Jahresabschluss
13. MonatsgehaltMeist DezemberZusätzliches Monatsgehalt

Oft werden diese Begriffe synonym verwendet. Entscheidend ist, was im Vertrag steht.

Kein Rechts- oder Steuerrat: Die Inhalte dieses Artikels dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung durch einen Steuerberater oder Rechtsanwalt.

Häufige Fragen

Habe ich Anspruch auf Weihnachtsgeld, wenn es nicht im Vertrag steht?

Möglicherweise — wenn dein Arbeitgeber es drei Jahre hintereinander ohne Freiwilligkeitsvorbehalt gezahlt hat, entsteht durch betriebliche Übung ein Rechtsanspruch. Ohne das: kein gesetzlicher Anspruch.

Muss Weihnachtsgeld anteilig gezahlt werden, wenn man unterjährig eingestellt wurde?

Das hängt vom Vertrag oder Tarifvertrag ab. In vielen Tarifregelungen gibt es eine anteilige Zahlung für unterjährig Eingestellte (pro rata). Im Individualvertrag ist es Verhandlungssache.

Was passiert mit dem Weihnachtsgeld, wenn ich im Laufe des Jahres kündige?

Wenn du vor einem im Vertrag genannten Datum (z. B. 31.03. des Folgejahres) ausscheidest, kann der Arbeitgeber das Weihnachtsgeld anteilig oder vollständig zurückfordern — wenn das vereinbart ist. Rückforderungsklauseln sind zulässig, wenn sie angemessen sind.

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