SteuernAktualisiert: Januar 2026

Steuerklasse 5 — Definition & Erklärung

Steuerklasse 5: Das Wichtigste zur Lohnsteuerklasse für den Hauptverdiener-Ehepartner, die zu höheren Abzügen führt.

Kurz & bündig

Die Steuerklasse 5 führt durch die fehlende Anrechnung des Grundfreibetrags zu einem deutlich geringeren Nettogehalt im Vergleich zu anderen Steuerklassen.

Was ist Steuerklasse 5?

Die Steuerklasse 5 ist eine von sechs Steuerklassen in Deutschland. Sie ist in der Regel für den Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner vorgesehen, der das höhere Einkommen erzielt, wenn beide Partner verheiratet sind und nicht die Steuerklassenkombination 4/4 gewählt haben. Im Gegensatz zu anderen Steuerklassen hat die Steuerklasse 5 keinen eigenen Grundfreibetrag. Dieser liegt vollständig beim Partner, der die Steuerklasse 3 gewählt hat. Das führt dazu, dass auf das gesamte Einkommen des Steuerklassen-5-Partners die Lohnsteuer erhoben wird, was zu deutlich höheren monatlichen Abzügen führt.

Diese Steuerklasse wird oft in Kombination mit Steuerklasse 3 gewählt. Wenn die Einkommen der Ehepartner stark voneinander abweichen, kann diese Kombination unter dem Strich zu einem höheren gemeinsamen Nettoeinkommen führen als beispielsweise die neutrale Kombination 4/4. Allerdings gehen damit höhere monatliche Lohnsteuerabzüge für den Partner in Steuerklasse 5 einher. Bei der jährlichen Einkommensteuererklärung werden die tatsächlichen Verhältnisse ermittelt und eine Nachzahlung oder Erstattung kann erfolgen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Wahl der Steuerklasse eine rein steuerliche Gestaltungsmöglichkeit ist und keine Auswirkungen auf die sozialversicherungsrechtliche Behandlung hat. Die Entscheidung für die Steuerklasse 5 sollte gut überlegt sein, da sie die Liquidität im laufenden Jahr spürbar beeinflusst. Eine Beratung durch einen Steuerberater oder die Nutzung eines Brutto-Netto-Rechners kann hierbei sehr hilfreich sein, um die Auswirkungen auf dein Netto klar zu erkennen.

Steuerklasse 5 im Detail

Die Steuerklasse 5 ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • Kein Grundfreibetrag: Der gesamte Grundfreibetrag wird dem Partner in Steuerklasse 3 zugerechnet.
  • Hohe Lohnsteuerabzüge: Da kein eigener Freibetrag angerechnet wird, unterliegt das gesamte Bruttogehalt der Lohnsteuerberechnung.
  • Kombination mit Steuerklasse 3: Diese Kombination ist die häufigste Wahl, wenn die Einkommen der Ehepartner stark auseinanderklaffen und der eine Partner deutlich mehr verdient als der andere.
  • Keine Berücksichtigung von Kinderfreibeträgen: Diese werden ebenfalls dem Partner in Steuerklasse 3 zugeordnet.
  • Monatliche Vorauszahlung: Die Lohnsteuer wird monatlich vom Bruttogehalt abgezogen.
  • Einkommensteuererklärung erforderlich: Unabhängig von der Steuerklassenwahl sind verheiratete und eingetragene Lebenspartner verpflichtet, eine gemeinsame Einkommensteuererklärung abzugeben, wenn sie nicht die Steuerklasse 4/4 mit Faktorverfahren gewählt haben.
  • Möglicher Nachzahlungs- oder Erstattungsanspruch: Bei der Jahresveranlagung wird das tatsächliche zu versteuernde Einkommen ermittelt.
  • Gesetzliche Grundlage: § 38b Einkommensteuergesetz (EStG) regelt die Steuerklassen.

Beispiel

Dein Bruttoeinkommen beträgt 2.500 € im Monat und du bist in Steuerklasse 5 eingestuft. Dein Ehepartner ist in Steuerklasse 3 und verdient 4.000 € brutto. Bei einem Bruttogehalt von 2.500 € in Steuerklasse 5 könnten deine Netto-Abzüge (Lohnsteuer und Soli) bei etwa 600 € bis 700 € liegen, sodass dein Nettogehalt ungefähr bei 1.800 € bis 1.900 € liegt. Die genaue Höhe hängt von weiteren Faktoren wie der Kirchensteuer ab.

Berechnung

Lohnsteuer = (Monatliches Bruttogehalt - Steuerfreie Zuschläge) * Anwendung des progressiven Steuertarifs nach Anlage zur Lohnsteuer-Tabellenverordnung (unter Berücksichtigung der fehlenden Freibeträge und des Splittingtarifs für StK 3/5). Hinzu kommen ggf. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.

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Häufige Fragen zu Steuerklasse 5

Warum ist die Steuerklasse 5 für den Zweitverdiener oft nachteilig?

Weil in Steuerklasse 5 kein eigener Grundfreibetrag gewährt wird. Dieser steht dem Partner in Steuerklasse 3 zu, was bei stark unterschiedlichen Einkommen sinnvoll sein kann, aber den Verdiener in Klasse 5 monatlich stärker belastet.

In welcher Kombination wird Steuerklasse 5 meist gewählt?

Steuerklasse 5 wird typischerweise in Kombination mit Steuerklasse 3 gewählt. Dies ist oft die Wahl, wenn ein Ehepartner signifikant mehr verdient als der andere.

Kann ich meine Steuerklasse 5 ändern, wenn sie mir zu hohe Abzüge beschert?

Ja, du kannst jederzeit, meist einmal im Jahr, einen Wechsel der Steuerklasse beim Finanzamt beantragen. Die häufigste Alternative ist die Steuerklasse 4/4, besonders wenn die Einkommen ähnlich sind oder du eine gleichmäßigere Belastung wünschst.

Wann ist die Steuerklasse 5 trotz hoher Abzüge sinnvoll?

Die Kombination 3/5 ist oft dann vorteilhaft, wenn die Einkommen stark unterschiedlich sind. Durch die Verlagerung des vollen Grundfreibetrags auf den Besserverdiener (StK 3) kann sich bei der Jahresabrechnung insgesamt eine günstigere Steuerlast ergeben als bei der Kombination 4/4.

Beeinflusst die Steuerklasse 5 meine Sozialversicherungsbeiträge?

Nein, die Wahl der Steuerklasse hat keinen Einfluss auf deine Sozialversicherungsbeiträge wie Kranken-, Renten- oder Arbeitslosenversicherung. Diese werden immer auf Basis deines Bruttogehalts berechnet.

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 2026.