ArbeitsrechtAktualisiert: Januar 2026

Befristeter Arbeitsvertrag — Definition & Erklärung

Erfahre alles über den befristeten Arbeitsvertrag in Deutschland: seine Regeln, Dauer und wann er zulässig ist.

Kurz & bündig

Die Brutto-Netto-Berechnung für einen befristeten Arbeitsvertrag folgt denselben Prinzipien wie bei einem unbefristeten Vertrag; dein Nettogehalt ergibt sich aus deinem Bruttolohn, deinen individuellen Steuerabzügen und den Sozialversicherungsbeiträgen.

Was ist Befristeter Arbeitsvertrag?

Ein befristeter Arbeitsvertrag ist ein Arbeitsverhältnis, das von vornherein auf eine bestimmte Zeit oder bis zum Eintreten eines bestimmten Ereignisses beschränkt ist. Im Gegensatz zu einem unbefristeten Arbeitsvertrag endet ein befristeter Vertrag automatisch mit dem vereinbarten Ende, ohne dass eine Kündigung erforderlich ist. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für solche Verträge sind im Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) festgelegt und sollen sowohl Flexibilität für Arbeitgeber schaffen als auch Arbeitnehmer vor unsicherer Beschäftigung schützen.

Es gibt zwei Hauptformen der Befristung: die Zeitbefristung, bei der ein konkretes Datum für das Vertragsende vereinbart wird, und die Zweckbefristung, die an das Erreichen eines bestimmten Ziels geknüpft ist, wie beispielsweise die Vertretung eines erkrankten Kollegen.

Die Möglichkeit, einen Arbeitsvertrag befristet abzuschließen, unterliegt jedoch strengen gesetzlichen Vorgaben, insbesondere im Hinblick auf die sachgrundlose Befristung. Diese Einschränkungen sollen verhindern, dass befristete Verträge massenhaft genutzt werden, um dauerhafte Arbeitsverhältnisse zu umgehen.

Befristeter Arbeitsvertrag im Detail

Sachgrundlose Befristung:
Eine sachgrundlose Befristung darf die Dauer von maximal 2 Jahren (§ 14 Abs. 2 TzBfG) nicht überschreiten. Innerhalb dieser 2 Jahre ist eine höchstens dreimalige Verlängerung des befristeten Arbeitsvertrags möglich. Wichtig ist auch: Nach Ablauf dieser 2 Jahre darf ein Arbeitsverhältnis mit demselben Arbeitgeber nur dann erneut sachgrundlos befristet werden, wenn seit dem Ende des vorherigen Arbeitsverhältnisses mindestens 3 Jahre vergangen sind.

Befristung mit Sachgrund:
Wenn ein sachlicher Grund vorliegt, kann ein Arbeitsvertrag auch über die 2-Jahres-Grenze hinaus befristet werden (§ 14 Abs. 1 TzBfG). Solche Sachgründe können sein:

  • Vorübergehender betrieblicher Bedarf an Arbeitskräften (z.B. Saisonarbeit, Projektarbeit).
  • Die Befristung dient der Erprobung eines Arbeitnehmers.
  • Der Arbeitnehmer wird zur Vertretung eines anderen Arbeitnehmers (z.B. bei Krankheit, Elternzeit) eingestellt.
  • Der Arbeitsvertrag ist im Anschluss an eine Ausbildung oder ein Studium befristet.
  • Die Befristung beruht auf einem gerichtlichen Vergleich.

Bei Vorliegen eines solchen Sachgrunds ist die Höchstdauer der Befristung nicht pauschal festgelegt, sondern orientiert sich am jeweiligen Grund.

Beispiel

Du schließt am 15. Mai 2024 einen Arbeitsvertrag ab, der für die Dauer von 18 Monaten befristet ist, ohne dass ein Sachgrund vorliegt. Dein Arbeitsvertrag endet dann automatisch am 14. November 2025. Dies ist eine zulässige sachgrundlose Befristung, da sie die 2-Jahres-Grenze nicht überschreitet.

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Häufige Fragen zu Befristeter Arbeitsvertrag

Was passiert am Ende eines befristeten Arbeitsvertrags?

Der befristete Arbeitsvertrag endet automatisch mit Ablauf der vereinbarten Frist oder mit dem Eintreten des vereinbarten Ereignisses. Eine Kündigung ist dafür nicht notwendig.

Kann ich einen befristeten Vertrag auch kurzfristig beenden?

Grundsätzlich nicht, da er automatisch endet. Eine ordentliche Kündigung ist nur möglich, wenn dies im Arbeitsvertrag vereinbart wurde oder es sich um eine Befristung mit Sachgrund handelt, bei der eine ordentliche Kündigung gesetzlich zugelassen ist.

Wie oft darf ein Arbeitsvertrag sachgrundlos befristet werden?

Ohne einen Sachgrund darfst du höchstens dreimal innerhalb einer Gesamtdauer von 2 Jahren befristet beschäftigt werden. Jede Verlängerung zählt hierbei.

Unter welchen Bedingungen kann ein Arbeitsvertrag länger als 2 Jahre befristet sein?

Das ist möglich, wenn ein gesetzlich anerkannter Sachgrund vorliegt, wie z.B. eine Vertretungsanstellung, die Erprobung einer neuen Arbeitskraft oder ein vorübergehender betrieblicher Bedarf.

Habe ich bei einem befristeten Vertrag Anspruch auf Weiterbildung?

Ja, grundsätzlich hast du als befristet Beschäftigte/r die gleichen Rechte wie unbefristet Beschäftigte, sofern dies nicht im Arbeitsvertrag anders geregelt ist. Dazu gehört auch der Anspruch auf Weiterbildung, wenn sie dem betrieblichen Interesse dient.

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 2026.