ArbeitsrechtAktualisiert: Januar 2026

Kündigungsfrist — Definition & Erklärung

Deine Kündigungsfrist bestimmt, wann dein Arbeitsvertrag nach einer Kündigung endet und wie dein letztes Gehalt berechnet wird.

Kurz & bündig

Die Kündigungsfrist bestimmt, wie lange dein Gehalt noch gezahlt wird und wie dein letztes Netto-Gehalt berechnet wird, da auch in der Kündigungsfrist noch Lohnsteuer und Sozialabgaben anfallen.

Was ist Kündigungsfrist?

Die Kündigungsfrist ist eine vertraglich oder gesetzlich festgelegte Zeitspanne zwischen dem Zeitpunkt, an dem eine Kündigung ausgesprochen wird, und dem tatsächlichen Ende des Arbeitsverhältnisses. Sie schützt sowohl den Arbeitnehmer als auch den Arbeitgeber, indem sie beiden Seiten Zeit für die Suche nach einer neuen Anstellung oder einem neuen Mitarbeiter gibt und eine geordnete Übergabe von Aufgaben ermöglicht.

Für Arbeitnehmer gilt in der Regel eine gesetzliche Grundkündigungsfrist von vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats, sofern im Arbeitsvertrag oder in einem geltenden Tarifvertrag keine abweichenden Regelungen getroffen wurden. Diese Frist kann sich für dich jedoch mit zunehmender Betriebszugehörigkeit verlängern, insbesondere wenn es um die Kündigung durch deinen Arbeitgeber geht.

Es ist wichtig zu wissen, dass individuelle Vereinbarungen in deinem Arbeitsvertrag oder in einem Tarifvertrag die gesetzlichen Fristen beeinflussen können. Allerdings dürfen diese Vereinbarungen für dich als Arbeitnehmer nicht ungünstiger sein als die gesetzlichen Regelungen. Eine Aufhebungsvereinbarung kann das Arbeitsverhältnis auch vor Ablauf der Kündigungsfrist beenden, ist aber nur wirksam, wenn beide Parteien zustimmen.

Kündigungsfrist im Detail

Die gesetzlichen Kündigungsfristen für Arbeitgeber nach § 622 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) steigen mit deiner Betriebszugehörigkeit:

  • Nach 2 Jahren Betriebszugehörigkeit: 1 Monat zum Monatsende
  • Nach 5 Jahren Betriebszugehörigkeit: 2 Monate zum Monatsende
  • Nach 8 Jahren Betriebszugehörigkeit: 3 Monate zum Monatsende
  • Nach 10 Jahren Betriebszugehörigkeit: 4 Monate zum Monatsende
  • Nach 12 Jahren Betriebszugehörigkeit: 5 Monate zum Monatsende
  • Nach 15 Jahren Betriebszugehörigkeit: 6 Monate zum Monatsende
  • Nach 20 Jahren Betriebszugehörigkeit: 7 Monate zum Monatsende

Für Arbeitnehmer gilt in der Regel eine Kündigungsfrist von vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats, es sei denn, im Arbeitsvertrag ist etwas anderes vereinbart. Vereinbarungen, die für den Arbeitnehmer eine längere Kündigungsfrist vorsehen als für den Arbeitgeber, sind unwirksam. Der 31. Dezember eines Jahres gilt dabei als gesetzlicher Kündigungstermin, falls keine andere Regelung getroffen ist.

Bei der Berechnung der Fristen zählen die vollen Monate der Betriebszugehörigkeit. Beachte, dass im Tarifvertrag abweichende Regelungen getroffen werden können, die für dich gelten. Die Kündigung muss immer schriftlich erfolgen.

Beispiel

Wenn du 10 Jahre bei deinem Arbeitgeber beschäftigt bist und dieser dir kündigt, beträgt die gesetzliche Kündigungsfrist 4 Monate zum Ende des Kalendermonats, in dem die Kündigung wirksam wird. Wenn du selbst kündigst und eine vertragliche Kündigungsfrist von 1 Monat zum Monatsende hast, endet dein Arbeitsverhältnis nach 1 Monat.

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Häufige Fragen zu Kündigungsfrist

Was ist die gesetzliche Kündigungsfrist für Arbeitnehmer?

Für dich als Arbeitnehmer beträgt die gesetzliche Grundkündigungsfrist vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats, sofern im Arbeitsvertrag nichts anderes vereinbart ist.

Wie berechnet sich die Kündigungsfrist bei langer Betriebszugehörigkeit?

Die gesetzliche Kündigungsfrist für deinen Arbeitgeber steigt mit deiner Betriebszugehörigkeit. Nach 20 Jahren Betriebszugehörigkeit kann sie bis zu 7 Monate zum Monatsende betragen.

Kann meine Kündigungsfrist im Arbeitsvertrag länger sein als die des Arbeitgebers?

Nein, eine vertragliche Vereinbarung, die für dich als Arbeitnehmer eine längere Kündigungsfrist vorsieht als für deinen Arbeitgeber, ist unwirksam.

Was bedeutet 'fristlose Kündigung'?

Eine fristlose Kündigung beendet das Arbeitsverhältnis sofort, ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist. Sie ist nur unter bestimmten schweren Verfehlungen beider Parteien möglich.

Muss ich meine Kündigung schriftlich einreichen?

Ja, die Kündigung muss immer schriftlich erfolgen. Eine mündliche Kündigung ist unwirksam. Dein Arbeitgeber muss dir die Kündigung ebenfalls schriftlich zustellen.

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