Krankenversicherung — Definition & Erklärung
Deine Krankenversicherung ist deine Absicherung bei Krankheit und ein Pflichtbestandteil deines Bruttogehalts.
Die Beiträge zur Krankenversicherung sind neben der Lohnsteuer einer der größten Abzüge von deinem Bruttogehalt und reduzieren somit maßgeblich dein Nettogehalt.
Was ist Krankenversicherung?
Die Krankenversicherung ist ein fundamentaler Bestandteil des deutschen Sozialversicherungssystems. Sie schützt dich und deine Familie vor den finanziellen Risiken, die durch Krankheit, Unfälle oder Schwangerschaft entstehen können. In Deutschland herrscht für fast alle Einwohner eine Versicherungspflicht, das heißt, du bist gesetzlich dazu verpflichtet, eine Krankenversicherung zu haben. Diese deckt in der Regel die Kosten für Arztbesuche, Medikamente, Krankenhausaufenthalte und Rehabilitationsmaßnahmen ab.
Es gibt zwei Hauptformen der Krankenversicherung in Deutschland: die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die private Krankenversicherung (PKV). Die meisten Arbeitnehmer in Deutschland sind in der GKV pflichtversichert. Wenn dein Einkommen jedoch über einer bestimmten Grenze liegt, hast du die Möglichkeit, dich für die PKV zu entscheiden, die oft mit anderen Leistungen und Beitragsmodellen verbunden ist.
Die Beiträge zur Krankenversicherung werden in der Regel vom Bruttogehalt abgezogen und sind oft hälftig zwischen dir als Arbeitnehmer und deinem Arbeitgeber aufgeteilt. Die Höhe des Beitrags richtet sich nach deinem Einkommen und dem allgemeinen Beitragssatz der jeweiligen Krankenkasse, zu dem noch ein individueller Zusatzbeitrag hinzukommen kann.
Krankenversicherung im Detail
Für Arbeitnehmer in der gesetzlichen Krankenversicherung ist die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) entscheidend. Für das Jahr 2026 beträgt diese 5.512,50 € brutto pro Monat bzw. 66.150 € brutto pro Jahr. Dein Beitrag zur GKV wird nur bis zu dieser Grenze berechnet. Liegt dein Bruttogehalt darüber, zahlst du für den Betrag oberhalb der BBG keine weiteren Beiträge zur Krankenversicherung.
Der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 14,6 %. Hinzu kommt ein durchschnittlicher Zusatzbeitrag von 1,7 % (Stand 2026, dieser kann je nach Krankenkasse variieren). Beide Beiträge werden je zur Hälfte von dir und deinem Arbeitgeber getragen. Dein Anteil beträgt somit 7,3 % + ½ des Zusatzbeitrags.
Für die private Krankenversicherung gibt es keine Einkommensgrenze wie die BBG. Deine Beiträge richten sich stattdessen nach deinem individuellen Risiko, deinem Alter bei Vertragsabschluss und den gewählten Leistungen. Wenn dein Einkommen die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) von 73.800 € (2026) übersteigt, hast du die Wahlmöglichkeit, dich entweder weiterhin gesetzlich zu versichern oder in die PKV zu wechseln.
Die Rechtsgrundlage für die Krankenversicherungspflicht findet sich im Fünften Buch Sozialgesetzbuch (SGB V).
Beispiel
Dein Bruttogehalt beträgt 3.500 € pro Monat. Der allgemeine Beitragssatz beträgt 14,6 %, der Zusatzbeitrag deiner Krankenkasse 1,7 %. Dein Gesamtbeitragssatz ist also 16,3 %. Dein Anteil beträgt die Hälfte: (14,6 % + 1,7 %) / 2 = 8,15 %. Somit werden 8,15 % von deinem Bruttogehalt abgezogen: 3.500 € * 0,0815 = 285,25 €.
Berechnung
Dein Beitrag = Bruttoeinkommen bis zur BBG × (allgemeiner Beitragssatz / 2 + Zusatzbeitrag / 2)
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Häufige Fragen zu Krankenversicherung
Was passiert, wenn mein Bruttogehalt über der Beitragsbemessungsgrenze liegt?
Wenn dein Bruttogehalt über der Beitragsbemessungsgrenze von 5.512,50 € (2026) liegt, zahlst du für den Betrag, der darüber hinausgeht, keine zusätzlichen Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung mehr. Dein Beitrag wird maximal bis zu dieser Grenze berechnet.
Kann ich mir meine Krankenkasse aussuchen?
Wenn du gesetzlich versichert bist, kannst du deine Krankenkasse frei wählen. Es gibt verschiedene gesetzliche Krankenkassen mit unterschiedlichen Zusatzbeiträgen und Serviceleistungen. Nach der Wahl kannst du in der Regel nach 12 Monaten Mitgliedschaft wechseln.
Bin ich in der privaten Krankenversicherung immer teurer als in der gesetzlichen?
Das kommt auf deine individuelle Situation an. Für junge, gesunde Menschen mit höherem Einkommen kann die PKV günstiger sein. Für Familien oder ältere Menschen mit Vorerkrankungen ist die GKV oft die kostengünstigere und bessere Wahl.
Was versteht man unter dem Zusatzbeitrag?
Der Zusatzbeitrag ist ein individueller Beitragssatz, der von jeder gesetzlichen Krankenkasse zusätzlich zum allgemeinen Beitragssatz erhoben wird. Er dient dazu, die finanziellen Ausgaben der Krankenkasse zu decken, und kann von Kasse zu Kasse variieren.
Wie beeinflusst die Krankenversicherung mein Nettogehalt?
Die Beiträge zur Krankenversicherung werden direkt von deinem Bruttogehalt abgezogen, bevor dein Nettogehalt berechnet wird. Sie sind also ein wesentlicher Faktor, der dein verfügbares Einkommen beeinflusst.
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