Solidaritätszuschlag — Definition & Erklärung
Der Solidaritätszuschlag (Soli) ist eine Ergänzungsabgabe zur Einkommensteuer, die nur noch von einem kleinen Teil der Steuerzahler gezahlt wird.
Der Solidaritätszuschlag beeinflusst dein Netto nur, wenn du zu den Gut- oder Besserverdienern gehörst, und mindert es dann entsprechend.
Was ist Solidaritätszuschlag?
Der Solidaritätszuschlag, oft kurz als Soli bezeichnet, ist eine Ergänzungsabgabe zur Einkommensteuer. Er wurde ursprünglich eingeführt, um die Kosten der deutschen Wiedervereinigung zu finanzieren. Mittlerweile ist der Soli für die meisten Steuerzahler in Deutschland abgeschafft worden. Nur noch ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung, in der Regel Gut- und Besserverdiener, muss ihn noch zahlen.
Die Berechnung des Solidaritätszuschlags erfolgt auf Basis der festgesetzten Einkommen- bzw. Lohnsteuer. Der Satz beträgt 5,5 % dieser Steuer. Allerdings gibt es seit einigen Jahren hohe Freigrenzen, die dazu führen, dass viele Steuerpflichtige keine Soli zahlen müssen. Dies hat die Belastung für die breite Masse der Arbeitnehmer erheblich reduziert.
Die Freigrenzen für den Solidaritätszuschlag werden regelmäßig angepasst, um der allgemeinen Gehaltsentwicklung und Inflation Rechnung zu tragen. Wer unterhalb dieser Grenzen liegt, zahlt keinen Soli, unabhängig von seiner Einkommenshöhe. Nur wer die Lohnsteuer überschreitet, die zur Berechnung des Solis herangezogen wird, wird damit belastet. Dies betrifft in der Praxis vor allem Singles mit einem höheren Bruttoeinkommen und Paare mit einem entsprechenden gemeinsamen Einkommen.
Solidaritätszuschlag im Detail
Für das Jahr 2026 gelten weiterhin die bereits etablierten Freigrenzen, die dazu führen, dass die meisten Steuerzahler von der Zahlung des Solidaritätszuschlags befreit sind. Die entscheidende Grenze ist die Höhe der Lohnsteuer. Für Ledige liegt die Freigrenze bei 18.130 Euro Lohnsteuer pro Jahr. Für Verheiratete oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebende Personen verdoppelt sich dieser Betrag auf 36.260 Euro Lohnsteuer pro Jahr.
Liegt deine festgesetzte Lohnsteuer über diesen Beträgen, fällt der Solidaritätszuschlag an. Der Satz beträgt unverändert 5,5 % der Lohnsteuer. Für die meisten Arbeitnehmer mit durchschnittlichem Einkommen bedeutet dies, dass sie weiterhin keinen Soli zahlen müssen. Dies betrifft etwa 90 % aller Steuerzahler in Deutschland.
Ein Beispiel: Verdienst du als Single beispielsweise 75.000 Euro brutto im Jahr, liegt deine Lohnsteuer in der Regel unter der Grenze, ab der der Soli fällig wird. Erst bei deutlich höheren Einkommen, die zu einer Lohnsteuer über der Freigrenze führen, wird der Soli relevant. Die genauen Einkommensgrenzen, ab denen der Soli tatsächlich gezahlt werden muss, sind abhängig von deiner individuellen Steuersituation, wie z.B. deiner Steuerklasse und möglichen weiteren Einkünften.
Der relevante rechtliche Bezug findet sich weiterhin im Solidaritätszuschlaggesetz 1995 (SolzG 1995), auch wenn die Anwendung durch die Freigrenzen stark eingeschränkt ist.
Beispiel
Wenn deine jährliche Lohnsteuer zum Beispiel 20.000 € beträgt und du ledig bist, überschreitest du die Freigrenze von 18.130 €. Dein Solidaritätszuschlag wäre dann 5,5 % von 20.000 €, also 1.100 €.
Berechnung
Lohnsteuer (wenn über der Freigrenze) × 5,5 % = Solidaritätszuschlag
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Häufige Fragen zu Solidaritätszuschlag
Wer muss 2026 noch Solidaritätszuschlag zahlen?
Nur noch Gut- und Besserverdiener, deren Lohnsteuer über den hohen Freigrenzen liegt. Rund 90 % der Steuerzahler sind befreit.
Ab welcher Lohnsteuer zahle ich 2026 Soli?
Für Ledige liegt die Lohnsteuer-Freigrenze bei 18.130 € pro Jahr. Für Verheiratete bei 36.260 €.
Wie hoch ist der Solidaritätszuschlag in Prozent?
Der Satz beträgt 5,5 % auf die festgesetzte Lohnsteuer, sofern die Freigrenze überschritten wird.
Hat mein Bruttoeinkommen direkt etwas mit der Soli-Pflicht zu tun?
Nicht direkt. Entscheidend ist die Höhe deiner festgesetzten Lohnsteuer, die zwar vom Bruttoeinkommen abhängt, aber auch von deiner Steuerklasse und anderen Faktoren.
Warum wurde der Solidaritätszuschlag eingeführt?
Er wurde ursprünglich zur Finanzierung der Kosten der deutschen Wiedervereinigung eingeführt.
Verwandte Begriffe
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