Überstunden — Definition & Erklärung
Überstunden sind zusätzliche Arbeitsstunden, die du über deine vertragliche Arbeitszeit hinaus leistest und die entweder extra vergütet oder durch Freizeit ausgeglichen werden.
Die zusätzliche Vergütung für Überstunden erhöht dein Bruttogehalt und somit auch dein Nettogehalt, wobei Steuern und Sozialabgaben darauf anfallen.
Was ist Überstunden?
Überstunden bezeichnen jede Arbeitszeit, die du über deine vertraglich vereinbarte Regelarbeitszeit hinaus leistest. Ob und wie diese zusätzlichen Stunden vergütet oder kompensiert werden müssen, hängt von deinem Arbeitsvertrag, einem geltenden Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarungen ab.
Grundsätzlich hast du Anspruch auf eine Vergütung deiner Überstunden, die in der Regel mit einem Zuschlag auf deinen normalen Stundenlohn erfolgt. Alternativ kann dein Arbeitgeber dir auch Freizeitausgleich anbieten, bei dem die geleisteten Überstunden durch entsprechende Freizeit ausgeglichen werden. Unbezahlte Überstunden sind nur unter bestimmten, eng gefassten Voraussetzungen zulässig und bedürfen oft einer ausdrücklichen Vereinbarung.
Die Anordnung von Überstunden durch den Arbeitgeber ist nur dann rechtmäßig, wenn sie im Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder durch eine Betriebsvereinbarung geregelt ist oder wenn es sich um dringende betriebliche Erfordernisse handelt und du dazu verpflichtet bist.
Überstunden im Detail
Für Überstunden gelten oft Zuschläge. Diese sind im Gesetz nicht explizit vorgeschrieben, aber üblich und in Tarifverträgen oder Arbeitsverträgen geregelt. Ein typischer Zuschlag liegt bei 25% auf den Stundenlohn. Die genauen Sätze können aber stark variieren.
Für die Vergütung von Überstunden gibt es im Jahr 2026 keine gesonderten gesetzlichen Grenzen, die sich von den allgemeinen Regelungen zur Arbeitszeit unterscheiden. Die Regelungen zur Höchstarbeitszeit (im Arbeitszeitgesetz) gelten weiterhin.
Die Vergütung von Überstunden kann sich nach § 612 BGB richten, falls keine explizite Vergütung vereinbart ist, aber dennoch Überstunden geleistet wurden. Wichtig ist auch das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG), das Regelungen für Teilzeitbeschäftigte und die Umwandlung von Vollzeit in Teilzeit trifft, was indirekt auch Überstunden betreffen kann.
Beispiel
Du hast einen Stundenlohn von 15 €. Du leistest im Monat 10 Überstunden und dein Arbeitsvertrag sieht einen Zuschlag von 25% für Überstunden vor. Deine Überstundenvergütung beträgt dann: 10 Überstunden * (15 €/h * 1,25) = 187,50 €.
Berechnung
Stundenlohn * (1 + Überstundenzuschlagssatz) * Anzahl der Überstunden = Überstundenvergütung
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Häufige Fragen zu Überstunden
Muss ich Überstunden machen, wenn der Chef fragt?
Das hängt von deinem Arbeitsvertrag ab. Wenn dein Arbeitsvertrag Überstunden vorsieht oder du dazu im Notfall verpflichtet bist, dann ja. Ansonsten hast du ein Recht, Überstunden abzulehnen, wenn sie nicht vertraglich vereinbart sind.
Wie werden Überstunden rechtlich behandelt?
Überstunden sind rechtlich als Mehrarbeit zu verstehen und müssen grundsätzlich vergütet oder durch Freizeit ausgeglichen werden. Die genauen Regelungen findest du in deinem Arbeitsvertrag oder einem geltenden Tarifvertrag.
Gibt es eine Höchstgrenze für Überstunden?
Ja, das Arbeitszeitgesetz setzt klare Grenzen für die tägliche und wöchentliche Höchstarbeitszeit. Diese Grenzen dürfen auch durch Überstunden nicht überschritten werden.
Kann ich Überstunden steuerfrei bekommen?
Nein, die Vergütung von Überstunden ist in der Regel voll steuer- und sozialversicherungspflichtig. Nur unter bestimmten, sehr engen gesetzlichen Voraussetzungen (z.B. bestimmte Tätigkeiten im öffentlichen Dienst) sind Zuschläge steuerfrei.
Was passiert, wenn mein Arbeitsvertrag keine Regelung zu Überstunden hat?
In diesem Fall gelten die gesetzlichen Bestimmungen. Die geleisteten Überstunden müssen vergütet werden, auch wenn kein expliziter Zuschlag vereinbart ist, der Lohn entspricht dann dem normalen Stundenlohn.
Verwandte Begriffe
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