Nebenjob — Definition & Erklärung
Ein Nebenjob ist eine zusätzliche Erwerbstätigkeit, die du neben deinem Hauptberuf ausübst, um dein Einkommen aufzubessern. Informiere dich über die Regeln und steuerlichen Aspekte.
Dein Verdienst aus einem Nebenjob erhöht dein gesamtes Bruttoeinkommen und beeinflusst dadurch direkt dein Nettogehalt, wobei die Höhe der Abzüge von der Art und dem Umfang des Nebenjobs abhängt.
Was ist Nebenjob?
Ein Nebenjob, auch Nebentätigkeit genannt, bezeichnet jede Erwerbstätigkeit, die du neben deiner Hauptbeschäftigung ausübst. Das kann eine geringfügige Beschäftigung (Minijob) sein, aber auch eine Teilzeittätigkeit oder eine selbstständige Tätigkeit. Das Ziel ist meist, das Einkommen zu erhöhen, neue Fähigkeiten zu erlernen oder einem Hobby nachzugehen.
Die Art und Weise, wie ein Nebenjob ausgestaltet ist, hat wesentliche Auswirkungen auf deine steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Behandlung. Wichtig ist, dass dein Arbeitgeber im Hauptjob über deine Nebentätigkeit informiert ist, insbesondere wenn diese potenziell Interessenkonflikte mit deinem Hauptarbeitsverhältnis erzeugen könnte. Arbeitsverträge im Hauptjob beinhalten oft Klauseln, die eine Nebentätigkeit regeln oder einschränken.
Für 2026 gelten weiterhin die bekannten Grenzen für Minijobs. Das sind in der Regel 538 Euro monatlich (angepasst an die allgemeine Lohnentwicklung). Bei einem Minijob fallen oft nur pauschale Abgaben für den Arbeitgeber an, während für dich als Arbeitnehmer in der Regel keine eigenen Sozialversicherungsbeiträge fällig werden, es sei denn, du verzichtest auf die Rentenversicherungspflicht.
Nebenjob im Detail
Bei einem Nebenjob, der als Minijob gilt (bis 538 Euro monatliches Arbeitsentgelt in 2026), fallen für dich als Arbeitnehmer keine eigenen Sozialversicherungsbeiträge an, solange du nicht auf die Rentenversicherungspflicht verzichtest. Wenn du auf die Rentenversicherung verzichtest, zahlst du einen geringen Eigenanteil, der sich im Jahr 2026 voraussichtlich auf etwa 3,6% des Verdienstes beläuft, um dich rentenversichert zu haben.
Für Nebentätigkeiten, die über die Minijob-Grenze hinausgehen, greift die Midijob-Regelung. Hier zahlst du zunächst geringere Sozialversicherungsbeiträge, die mit steigendem Einkommen zunehmen. Dein Verdienst im Nebenjob wird zu deinem Brutto-Einkommen aus dem Hauptberuf addiert. Dies kann sich auf deine Steuerklasse auswirken. Bei mehreren Beschäftigungsverhältnissen kann die Steuerklasse V für das zweite Einkommen gelten, was zu höheren Abzügen führt.
Der Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.230 Euro (Stand 2026) gilt für alle deine Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit. Wenn du durch deinen Nebenjob höhere Werbungskosten hast, kannst du diese geltend machen. Beachte auch die Meldepflichten gegenüber deinem Hauptarbeitgeber und eventuelle vertragliche Einschränkungen in deinem Arbeitsvertrag.
Für selbstständige Nebentätigkeiten gelten andere Regeln. Hier musst du dich um deine eigene Sozialversicherung und Steuern kümmern. Informiere dich gegebenenfalls über die Kleinunternehmerregelung, um die Mehrwertsteuer nicht abführen zu müssen.
Beispiel
Du hast einen Hauptjob mit einem Bruttogehalt von 3.000 Euro pro Monat und einen Nebenjob, bei dem du 400 Euro brutto verdienst. Da 400 Euro unter der Minijob-Grenze von 538 Euro für 2026 liegen, handelt es sich um einen Minijob. Du zahlst in der Regel keine eigenen Sozialversicherungsbeiträge, außer du verzichtest auf die Rentenversicherungspflicht. Dein Netto-Gehalt aus dem Hauptjob bleibt weitgehend unverändert, und du erhältst die 400 Euro nahezu komplett ausgezahlt (abzüglich des geringen Eigenanteils zur Rentenversicherung, falls zutreffend).
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Häufige Fragen zu Nebenjob
Muss ich meinen Nebenjob meinem Hauptarbeitgeber melden?
Ja, in der Regel schon. Viele Arbeitsverträge sehen vor, dass du Nebentätigkeiten anzeigen musst, insbesondere wenn sie mit deinem Hauptjob in Konflikt geraten könnten (z.B. Konkurrenz). Es ist immer ratsam, die Klauseln deines Arbeitsvertrags zu prüfen oder nachzufragen.
Welche steuerlichen Auswirkungen hat ein Nebenjob?
Das hängt von der Art des Nebenjobs ab. Bei einem Minijob sind die steuerlichen Abzüge für dich als Arbeitnehmer oft sehr gering oder entfallen. Bei höheren Verdiensten oder selbstständigen Nebentätigkeiten musst du die Einkünfte in deiner Einkommensteuererklärung angeben, was zu einer höheren Steuerlast führen kann.
Wie viel darf ich in einem Nebenjob 2026 verdienen?
Die Grenze für einen Minijob liegt 2026 bei 538 Euro monatlich. Verdienst du mehr, aber bis zu einem bestimmten Betrag, greift die Midijob-Regelung mit reduzierten Sozialversicherungsbeiträgen. Darüber hinaus gibt es keine feste Verdienstgrenze, aber höhere Verdienste haben stärkere steuerliche Auswirkungen.
Muss ich für einen Minijob Steuern zahlen?
In der Regel übernimmt der Arbeitgeber die pauschalen Lohnsteuerbeträge für Minijobs. Du zahlst dann darauf keine eigene Einkommensteuer. Dein Netto-Verdienst ist also fast der Brutto-Verdienst, abzüglich eventueller eigener Beiträge zur Rentenversicherung, falls du darauf verzichtet hast.
Kann ich zwei Hauptjobs haben?
Einen 'zweiten Hauptjob' im sozialversicherungsrechtlichen Sinne gibt es nicht. Wenn du zwei sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen hättest, wäre die erste Stelle dein Hauptjob und die zweite würde als Nebenbeschäftigung gelten. Dann würden für die zweite Stelle bereits die vollen Sozialversicherungsbeiträge fällig.
Verwandte Begriffe
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