ArbeitsrechtAktualisiert: Januar 2026

Pfändungsfreigrenze — Definition & Erklärung

Die Pfändungsfreigrenze legt fest, welcher Teil deines Einkommens bei einer Lohnpfändung nicht angetastet werden darf. Sie schützt dein Existenzminimum und sichert deinen Lebensunterhalt.

Kurz & bündig

Die Pfändungsfreigrenze wird auf Basis deines Nettogehalts berechnet und bestimmt, welcher Teil davon nach einer Lohnpfändung noch für dich übrig bleibt, was dein verfügbares Einkommen direkt beeinflusst.

Was ist Pfändungsfreigrenze?

Die Pfändungsfreigrenze ist ein gesetzlich festgelegter Betrag, bis zu dem dein Einkommen vor einer Lohnpfändung geschützt ist. Stell dir vor, Gläubiger fordern Geld von dir, das du nicht zahlen kannst. In bestimmten Fällen können sie dann einen Teil deines Gehalts pfänden lassen. Die Pfändungsfreigrenze sorgt dafür, dass dir immer genug Geld zum Leben bleibt. Sie ist also eine wichtige Absicherung, die dein Existenzminimum schützt.

Diese Grenze wird regelmäßig angepasst, um sie an die aktuelle Lebenshaltungskosten anzupassen. Sie berücksichtigt auch deine persönlichen Umstände, wie zum Beispiel, ob du unterhaltspflichtig bist, also ob du für Kinder oder einen Ehepartner aufkommen musst. Je mehr unterhaltspflichtige Personen es gibt, desto höher ist in der Regel deine persönliche Pfändungsfreigrenze.

Das Ziel der Pfändungsfreigrenze ist es, dir und deiner Familie trotz einer Pfändung ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Das bedeutet, dass nach Abzug der pfändungsfreien Beträge noch genügend Geld für Miete, Lebensmittel, Kleidung und andere notwendige Ausgaben übrigbleiben muss. Sie ist ein zentraler Bestandteil des deutschen Zwangsvollstreckungsrechts.

Pfändungsfreigrenze im Detail

Für das Jahr 2026 bleibt die Grundpfändungsfreigrenze unverändert bei 1.409,99 Euro netto pro Monat. Dies ist der Betrag, der dir als alleinstehende Person ohne Unterhaltspflichten mindestens zur Verfügung stehen muss. Diese Grenze wird durch die Zivilprozessordnung (ZPO) geregelt, insbesondere durch die §§ 850c ff. ZPO.

Hast du Unterhaltspflichten, erhöht sich dieser Freibetrag. Für die erste unterhaltsberechtigte Person (z.B. ein Kind) steigt die Pfändungsfreigrenze um weitere 527,77 Euro. Für jede weitere unterhaltsberechtigte Person kommen nochmals 292,09 Euro hinzu. Diese Beträge sind ebenfalls für 2026 gültig. So kann sich für eine Familie mit zwei Kindern ein deutlich höherer unpfändbarer Betrag ergeben.

Wichtig zu wissen ist, dass die Pfändungsfreigrenze sich auf dein Nettoeinkommen bezieht, also das Geld, das nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen auf deinem Konto ankommt. Dein Arbeitgeber ist verpflichtet, die Pfändungsfreigrenze korrekt zu berechnen und den pfändbaren Teil deines Gehalts an den Gläubiger zu überweisen. Bei Unsicherheiten oder komplexen Pfändungssituationen ist es ratsam, sich rechtlich beraten zu lassen.

Beispiel

Ein Arbeitnehmer hat ein monatliches Nettoeinkommen von 2.000 Euro und ist nicht unterhaltspflichtig. Die Pfändungsfreigrenze beträgt 1.409,99 Euro. Der pfändbare Betrag ist somit 2.000 Euro - 1.409,99 Euro = 590,01 Euro.

Berechnung

Pfändbarer Betrag = Nettoeinkommen - Pfändungsfreigrenze (angepasst für Unterhaltspflichten)

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Häufige Fragen zu Pfändungsfreigrenze

Was ist die Pfändungsfreigrenze genau?

Die Pfändungsfreigrenze ist ein gesetzlich festgelegter Betrag deines Einkommens, der bei einer Lohnpfändung nicht von Gläubigern gepfändet werden darf. Er dient dazu, dein Existenzminimum zu sichern.

Wie hoch ist die Pfändungsfreigrenze 2026?

Für 2026 beträgt die Grundpfändungsfreigrenze 1.409,99 Euro netto pro Monat. Dieser Betrag erhöht sich, wenn du unterhaltspflichtig bist.

Werden Unterhaltszahlungen bei der Pfändungsfreigrenze berücksichtigt?

Ja, wenn du Kinder oder einen Ehepartner unterhaltspflichtig bist, erhöht sich deine persönliche Pfändungsfreigrenze. Für die erste unterhaltsberechtigte Person kommen 527,77 Euro hinzu, für jede weitere 292,09 Euro (Stand 2026).

Gilt die Pfändungsfreigrenze für das Brutto- oder Nettogehalt?

Die Pfändungsfreigrenze bezieht sich immer auf dein Nettogehalt, also das Geld, das dir nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen zur Verfügung steht.

Was passiert, wenn mein Einkommen die Pfändungsfreigrenze überschreitet?

Der Betrag, der über deiner individuellen Pfändungsfreigrenze liegt, kann von deinen Gläubigern im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen gepfändet werden. Der pfändbare Teil wird dann direkt von deinem Arbeitgeber an den Gläubiger abgeführt.

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 2026.