ArbeitsrechtAktualisiert: Januar 2026

Probezeit — Definition & Erklärung

Die Probezeit ist eine wichtige Phase im Arbeitsverhältnis, in der sowohl du als auch dein Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis testen können. Sie beeinflusst Kündigungsfristen und Rechte.

Kurz & bündig

Die Probezeit selbst hat keine direkte Auswirkung auf die Berechnung deines Nettogehalts, aber die Dauer deiner Betriebszugehörigkeit, die mit der Probezeit beginnt, beeinflusst später eventuelle Kündigungsfristen.

Was ist Probezeit?

Die Probezeit ist eine vereinbarte Anfangszeit in einem neuen Arbeitsvertrag, in der du und dein Arbeitgeber die Möglichkeit habt, das Arbeitsverhältnis zu überprüfen. Sie ist gesetzlich nicht für alle Arbeitsverhältnisse verpflichtend, aber in der Praxis fast immer üblich. Typischerweise dauert die Probezeit maximal sechs Monate. Während dieser Phase gelten besondere Regelungen, vor allem im Hinblick auf die Kündigung.

Für dich als Arbeitnehmer bietet die Probezeit die Chance, dich in dein neues Umfeld einzufinden, deine Aufgaben kennenzulernen und zu prüfen, ob die Stelle deinen Erwartungen entspricht. Dein Arbeitgeber kann in dieser Zeit deine Eignung, Leistungsfähigkeit und dein Verhalten im Unternehmen beurteilen. Wenn du oder dein Arbeitgeber feststellt, dass das Arbeitsverhältnis nicht passt, kann die Kündigung während der Probezeit unter Einhaltung verkürzter Fristen erfolgen.

Eine Besonderheit während der Probezeit ist, dass dein Kündigungsschutz noch nicht greift. Das bedeutet, dass dein Arbeitgeber dir auch ohne betriebliche oder persönliche Gründe kündigen kann, solange die Probezeitregelung eingehalten wird. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt während der Probezeit für beide Seiten nur zwei Wochen, sofern im Arbeitsvertrag nichts anderes vereinbart wurde. Nach der Probezeit gelten dann die regulären Kündigungsfristen, die sich mit der Dauer deiner Betriebszugehörigkeit verlängern.

Wichtige Aspekte, die während der Probezeit für dich relevant sind, betreffen auch deine sozialen Absicherungen. Deine Beiträge zur Krankenversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung werden bereits ab dem ersten Tag deines Arbeitsverhältnisses berechnet. Ab dem Jahr 2026 gibt es keine spezifischen gesonderten Werte für die Probezeit selbst, sondern die allgemeinen Beitragssätze gelten.

Probezeit im Detail

Die gesetzlich vorgeschriebene maximale Dauer der Probezeit beträgt sechs Monate. In dieser Zeit beträgt die beiderseitige Kündigungsfrist für dich und deinen Arbeitgeber zwei Wochen. Dies ist in § 622 Abs. 3 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) geregelt. Eine Abweichung von dieser Frist zugunsten des Arbeitnehmers ist möglich, eine Abweichung zugunsten des Arbeitgebers nur unter sehr engen Voraussetzungen. Auch tarifvertragliche Regelungen können abweichende Fristen vorsehen, diese dürfen jedoch die gesetzliche Regelung nicht unterschreiten.

Sollte ein Arbeitsvertrag keine explizite Probezeit enthalten, gilt das Arbeitsverhältnis von Beginn an als unbefristet und die regulären Kündigungsfristen greifen. Wichtig ist, dass die Probezeit im Arbeitsvertrag klar und deutlich vereinbart werden muss. Eine mündliche Absprache reicht hierfür nicht aus. Eine Verlängerung der Probezeit über die sechs Monate hinaus ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich, beispielsweise wenn du während der Probezeit über einen längeren Zeitraum arbeitsunfähig warst.

Für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge während der Probezeit gelten die üblichen Regelungen. Die Beitragssätze zur Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Krankenversicherung sind nicht von der Probezeit abhängig, sondern von deinem Arbeitsentgelt. Die Beitragsbemessungsgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung sowie in der Renten- und Arbeitslosenversicherung für das Jahr 2026 ist hierbei relevant. Diese Grenzen bestimmen, bis zu welchem Einkommen Beiträge gezahlt werden müssen.

Wichtiger Tipp für dich: Nutze die Probezeit, um aktiv Fragen zu stellen und dich mit Kollegen zu vernetzen. Mache dir Notizen über deine Aufgaben und die Erwartungen deines Vorgesetzten. Dies hilft dir nicht nur, deine Leistung besser einzuschätzen, sondern auch, eventuelle Unklarheiten frühzeitig zu erkennen und anzusprechen.

Beispiel

Wenn dein Arbeitsvertrag vorsieht, dass deine Probezeit am 1. Januar 2026 beginnt und du am 15. Januar 2026 kündigen möchtest, musst du die Kündigung spätestens am 1. Januar 2026 einreichen, um die Kündigungsfrist von zwei Wochen einzuhalten.

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Häufige Fragen zu Probezeit

Muss mein Arbeitgeber mir während der Probezeit eine Kündigung begründen?

Nein, während der Probezeit muss dein Arbeitgeber dir die Kündigung nicht begründen. Er kann dir fristgerecht kündigen, ohne spezifische Gründe nennen zu müssen.

Wie lange ist die Kündigungsfrist in der Probezeit?

Die gesetzliche Kündigungsfrist während der Probezeit beträgt für beide Seiten zwei Wochen. Dein Arbeitsvertrag kann abweichende Regelungen enthalten, die aber in der Regel für dich als Arbeitnehmer günstiger sein müssen.

Was passiert, wenn die Probezeit vertraglich nicht erwähnt ist?

Wenn in deinem Arbeitsvertrag keine Probezeit vereinbart wurde, gilt das Arbeitsverhältnis von Beginn an als unbefristet und die regulären Kündigungsfristen greifen.

Kann die Probezeit verlängert werden?

Eine Verlängerung der Probezeit über die maximalen sechs Monate hinaus ist nur unter bestimmten Umständen möglich, beispielsweise bei längerer Arbeitsunfähigkeit deinerseits. Eine automatische Verlängerung gibt es nicht.

Habe ich Anspruch auf Urlaub während der Probezeit?

Ja, du hast grundsätzlich auch während der Probezeit Anspruch auf Urlaub. Allerdings kannst du den vollen Urlaubsanspruch in der Regel erst nach sechs Monaten Beschäftigungsdauer geltend machen. In den ersten sechs Monaten erwirbst du anteilig Urlaubsanspruch.

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 2026.